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Florian Schwarz stellt sich vor
Der Kapellmeister des Mozartchors ist ein waschechter Wiener. Schon als Kind spielt er Gitarre und Klavier. Nach der Schule wird er erst einmal Tonmeister. Während er an Aufnahmen von jeder Art Musik arbeitet, studiert er Musikpädagodik, Geschichte und Chorleitung bei Johannes Prinz (einem ehemaligen Sängerknaben) und Alois Glassner. Er kennt Chorsingen von zwei Seiten: er singt im Wiener Kammerchor und dirigiert selbst alle möglichen Chöre, von Kinderchören bis zu Seniorenchören à la Young @ Heart. Zuletzt dirigiert er die Gumpoldskirchner Spatzen und arbeitet als Stimmbildner und Kapellmeister in der Chorschule der Wiener Sängerknaben.
Im Juli 2008 übernimmt er den Mozartchor. Seither hat er entdeckt, dass 24 Buben sich "wie eine Gänseherde, wie tajikische Straßenkinder, wie Rapid-Anhänger in der Westkurve" anhören können, letzteres vor allem, wenn sie gegen einen anderen Chor spielen. Sie können aber auch "wie eine Schar Cherubim klingen, wenn sie das wollen". Schwarz, der für seinen Chor eigene Arrangements schreibt, macht sich das zunutze. "Ich mag alle Arten von Musik", sagt er, "solange sie gut ist, und die Buben sehen das genauso." Das Repertoire für die bevorstehende Japan-Tournee reicht vom gregorianischen Choral bis zu Sting. Monteverdi, Dowland (das freut wiederum Sting), Lotti und Joseph Haydn sind im Programm, wie auch österreichische Volkslieder und Weltmusik. "Die Buben singen die Lieder aus dem Film von Curt Faudon so gerne, Jog.wa und Haq Ali. Da trommeln sie, was das Zeug hält, und sofort knistert die Atmosphäre. Wir haben das schon bei Schülerkonzerten gesungen, und die Schüler sind extrem kritisch. Aber bei dieser Musik klatschen alle mit, und das macht den Buben großen Spaß." Als Wiener hat Schwarz auch echte Wiener Lieder einstudiert: "Schön melancholisch, wie sich das gehört."
Florian Schwarz ist überzeugt, dass jedes Chormitglied seine eigenen Talente beisteuern kann. "Irgendwo gibt es ein Solo für jeden", sagt er und grinst. "Manch einer weiß es nur noch nicht." Wenn man ihn fragt, was seine Buben am liebsten singen, lacht er: "Mozart! Wir sind der Mozartchor." Und Mozarts Musik zählt für ihn zu den Höhepunkten dieser Saison; das Mozart-Requiem im November und die kleine Credomesse in der Burgkapelle im März.
Nach zwei kurzen Ausflügen nach Rumänien und Spanien freut sich Schwarz auf zwei Monate in Japan. "Meine erste richtige Tournee. Das gemeinsame Reisen ist ein Abenteuer, man lernt sich richtig kennen und man lernt sich aufeinander zu verlassen. Man wird eine eingeschworene Gemeinschaft. Das hilft beim Musizieren, das beflügelt. Und für die Wiener Sängerknaben ist Japan ein besonderes Ziel."
