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Singen macht Schule:
Die Oberstufe beginnt im Herbst 2010
Wir bieten alles, was ein normales Gymnasium bietet und dazu eine optimale Vorbereitung für ein Musikstudium, meint der Direktor des Gymnasiums Markus Blauensteiner. Auf der ausgeklügelten Stundentafel finden sich neben Musikerziehung die Fächer Stimmbildung, Gehörbildung und Tonsatz, Stilkunde und Aufführungspraxis; sieben Stunden Musikausbildung in der Woche. Dazu kommen Chorproben, Workshops mit prominenten Musikern und außerdem - mit einem Blick in Richtung Oper - Unterricht in Italienisch.
Musik
Das eigene Musizieren wird ganz groß geschrieben: Sologesang, Duette, Terzette, Barbershop, Renaissance und A-cappella-Gesang für Kleingruppen; Chorgesang mit Mädchen, jungen Männern und, wenn es sich ergibt, auch den Wiener Sängerknaben. Einzelstimmbildung ist verpflichtend. Wer im Stimmbruch ist, wird besonders betreut.
Auch für Instrumentalmusik wird gesorgt. Wir haben etwa 30 Klaviere und jede Menge Zimmer zum Üben, schmunzelt Blauensteiner. Gerald Wirth freut sich auf Kammermusik und vielleicht ein kleines Orchester. Zu Schuberts Zeiten hatten die Wiener Sängerknaben eines. Heute gibt es - als Alternative - auch Synthesizer, Schlagzeuge und Computer.
Stimme
Die Stimme ist das Instrument, das jeder immer bei sich hat. Mit diesem 'Instrument kann man sich unmittelbar ausdrücken. Gerald Wirth erklärt: Viele Menschen sind beim Singen sehr scheu; selbst geübte Chorsänger sind bei einem Solo zunächst unsicher. Wir zeigen unseren Schülern, wie sie ihre Stimme finden können, wie man die Stimmbänder richtig gebraucht. Wer den Bogen heraus hat, kann stundenlang singen ohne sich anzustrengen; es klingt gut. Und es macht glücklich. Das meint der Künstlerische Leiter wörtlich: beim richtigen Singen produziert der Körper Endorphine und das Glückshormon Oxytocin.
Junge Sängerinnen erwünscht
Von dieser speziellen Gesangstechnik sollen auch junge Sängerinnen profitieren. Wir wollten Mädchen unbedingt dabei haben. Die Mädchen sind eine Bereicherung, sagt Markus Blauensteiner.
Kooperation mit den Universitäten
Der Lehrplan entstand in Kooperation mit der Wiener Musikuniversität und dem Salzburger Mozarteum, erzählt Blauensteiner. Wir wollen zukünftigen Musikern eine ideale Grundlage für ihr Studium schaffen. Das geht nur in Absprache mit den Universitäten: So wissen wir genau, welche Schwerpunkte wir setzen müssen - unsere Schüler haben damit anderen Bewerbern gegenüber einen wesentlichen Vorteil.
Ganztagesschule
Das neue ORG ist im Wiener Augartenpalais untergebracht; der Unterricht - von Montags bis Freitags - beginnt um 8.20 Uhr und endet um 17.50 Uhr; am Samstagvormittag wird zusätzlich musiziert. Der Tagesplan sieht neben den Unterrichtseinheiten auch Lernzeiten und musikalische Übungszeiten vor. Ein persönlicher Coach steht als Ansprechpartner zur Verfügung und sorgt dafür, dass jeder Schüler Lehrstoff, Hausübungen und Musik bestmöglich bewältigt. Die Schule serviert außerdem ein Mittagessen und ist hilft auswärtigen Schülern, Unterbringung - etwa in einem Internat - zu finden.
Eignungstest
Das neue Oberstufenrealgymnasium steht allen offen: der Eignungstest ist verbindlich. Angst braucht man nicht zu haben, aber Lust am Singen und den ernsten Willen, an der eigenen Stimme zu arbeiten muss man mitbringen.
Für den Test sollen zwei Lieder oder Arien vorbereitet werden, davon mindestens eines auf Deutsch. Vorkenntnisse in Musiktheorie sind erwünscht. Vor allem werden die Stimme, Tonumfang, Stimmregister und das musikalische Potenzial geprüft.
Ganz wichtig ist, dass die Stimme gesund ist, erklärt Gerald Wirth. Wir arbeiten schon lange mit Logopäden und HNO-Ärzten zusammen. Über die Aufnahme entscheidet letztlich ein persönliches Gespräch mit dem Direktor des Gymnasiums und dem künstlerischen Leiter. Für das kommende Schuljahr gäbe es noch einige wenige Plätze für begabte Kandidaten oder Kandidatinnen.
Eignungstest: Hier finden Sie ein Muster.
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